La Gomera – Wandern auf königlichen Wegen im Valle Gran Rey

Das Valle Gran Rey trägt wohl zu Recht den Namen „Tal des großen Königs“. Die vielfältigen und gut angelegten großartigen Wanderwege im und um das Tal herum können ohne Übertreibung als königlich bezeichnet werden. Das „Valle“ auf La Gomera bietet für jede Kondition die richtige Wandertour und lässt bei den vielen Wandertouristen, die jährlich zum Wandern auf die kleine Insel kommen, keinen Wunsch offen.

Lo Gomera - gute und neue Ausschilderung der Wanderwege

Lo Gomera – gute und neue Ausschilderung der Wanderwege

Für Einsteiger hat die Nationalparkverwaltung extra einige kleine „leichte“ Rundwege von 1 bis 2 Stunden Dauer eingerichtet. Dazu gehört zum Beispiel die wunderschöne Rundtour durch den unberührten und an einen Urwald erinnernden Lorbeerwald um Las Hayas. Diese Tour vermittelt einen ersten Eindruck von der Vielfältigkeit der Natur, die den Wanderer in den doch sehr unterschiedlichen Klimazonen auf La Gomera erwartet. Kleines Highlight dieser Rundtour ist der herrlich inmitten des Waldes gelegenen Picknickplatzes Jardín de las Creces. Er lädt rund um das Jahr viele Wanderer zu einer Rast und zum Verweilen ein.

Lorbeerwald von Las Hayas

Lorbeerwald von Las Hayas

Eine weitere kleine Touren, die von Las Hayas aus gegangen werden kann, ist eine Wanderung in den Nachbarort El Cercado. Von dort gelangt – wer will – auch noch weiter nach Chipude. In Chipude laufen viele Wanderrouten zusammen, so dass auch dort ein guter Ausgangspunkt für viele Wanderungen ist. Der erste Gedanke bei dem Namen Chipude ist der an den „Hausberg“, die schroffe und von Mythen umwobene Fortaleza. Doch von Chipude aus lässt sich auch sehr gut die gesamte Inselmitte mit dem höchsten Berg der Insel, dem Garajonay erwandern.

Inselmitte mit beeindruckenden Felsen

Inselmitte mit beeindruckenden Felsen

Fortaleza

Fortaleza in Chipude

Inseldach - Garajonay

Inseldach – Garajonay

Fortaleza in Chipude

Fortaleza mit El Cercado

 

Und wer die Küstenregionen bevorzugt, der findet gleichfalls gut und zumeist recht neu angelegte Wanderwege Richtung Meer durch die wilden Barrancos hinunter.
Von Las Hayas in die entgegengesetzte Richtung von El Cercado führen zwei sehr schöne und durch die natürlichen Bedingungen auch sehr unterschiedliche Wanderwege hinunter nach Arure. Beide Wege lassen sich gut in einer Rundwanderung kombinieren.
Eine weitere sehr empfehlenswerte Wanderung im Valle Gran Rey startet im Ortsteil El Guro und führt immer im Bachbett des Barrancos entlang zum Wasserfall von Arure. Für diese Tour sind etwas mehr als zwei Stunden Wanderzeit einzuplanen. Die genaue Tourenbeschreibung befindet sich hier.

am sicheren Seil über kleine Wasserfälle

am sicheren Seil über kleine Wasserfälle

Wasserfall im Barranco von Arure

Wasserfall im Barranco von Arure

Weiterhin eignet sich zum Einstieg auch eine kleine Küstenwanderung im Valle, die allerdings eher ein Spaziergang ist. Dabei ist Start am nördlich gelegenen Playa Inglès im Valle Gran Rey. Die kleine Wanderung geht über La Playa immer der Küstenlinie entlang. Zunächst geht es auf angelegten Küstenwegen oder durch die Straßen der jeweiligen Ortsteile. Der Wanderweg passiert den Ortsteil Vueltas und den Hafen. Zum Schluss der Wanderung führt er unter den Steilklippen (Vorsicht Steinschlaggefahr!) entlang bis zum Meditationszentrum am äußersten Ende der Bucht. Dieser gemütliche Spaziergang dauert je nach persönlichem Tempo 1 bis 2 Stunden.

Playa de Inglès

Playa de Inglès

Meditationszentrum am Ende der Bucht

Meditationszentrum am Ende der Bucht

Las Vueltas

Las Vueltas

Strand in La Playa

Strand in La Playa

Wem das alles zu wenig ist, der kann selbstverständlich auch längere und sehr anspruchsvolle Touren im Valle Gran Rey finden. Für Ambitionierte gibt es eine große Rundtour von Las Hayas aus, die über die Höhen auf beiden Seiten des Valle Gran Rey bis hinunter in das Tal und wieder zurück auf die Höhe führt. Bei dieser Rundwanderung, deren Verlauf ich demnächst hier noch genauer beschreiben werde, werden insgesamt 21 Kilometer und über 1600 Höhenmeter im Ab- und Aufstieg zurückgelegt. Wem dann 21 Kilometer an einem einzigen Tag doch zu lang sind, der kann diese Wanderung auch in einige sehr interessante Einzeletappen zerlegen. So kann zum Beispiel sowohl die Hochebene La Mérica als auch die Degollada del Cerrillal auf der anderen Talseite ein lohnenswertes Einzelziel sein.

Berghänge und Barrancos -  umgeben von beeindruckender Natur

Berghänge und Barrancos – umgeben von beeindruckender Natur

Balo del Lomo

Balo del Lomo

Hochebene La Mérica mit verlassener Ruine

Hochebene La Mérica mit verlassener Ruine

Hoch über dem Valle Gran Rey auf schmalen Wegen über den Grat

Hoch über dem Valle Gran Rey auf schmalen Wegen über den Grat

Selbstverständlich bilden die erwähnten Touren nur eine bescheidene Auswahl der möglichen Wandertouren im Valle Gran Rey. Der interessierte Wanderer findet noch unzählige weitere Touren im und um das Valle Gran Rey vor. Und wer am Ende tatsächlich meint, dass er das Valle Gran Rey in allen Varianten auf und abgegangen ist, findet in den Seitentälern viele weitere Wanderwege. Südlich des Valle Gran Rey befinden sich die bei Wanderern beliebten Ausflugsziele La Dama und La Rajita. Und nördlich des Tales gibt es gute Möglichkeiten von Arure aus nach Taguluche in die Nähe der Tejeleche Berge oder nach Alojera wandern. Abraten möchte ich von einer Tour in den Tejeleche Bergen, die noch in einigen alten Wanderführern beschrieben ist. Diese Rundtour, die auch zugleich ein Verbindungsweg zwischen Taguluche und Alojera sein soll, ist an vielen Stellen kaum mehr begehbar. Die Wege sind an vielen Stellen abgesackt, so dass eine Wanderung dort zwangsläufig immer mehr in ein Klettern über dem Abgrund ausarteten wird. Wer ein Kletterer ist oder eine risikoreiche Wanderung mit Nervenkitzel sucht, der ist hier richtig. Doch für den normalen Wanderer ist diese Tour ganz bestimmt nicht mit gutem Gewissen zu empfehlen.

Strand von Alojero

Strand von Alojero

Tagaluche mit den Tejelechebergen

Tagaluche mit den Tejelechebergen

Doch dieser „nicht vorhandene“ Wanderweg ist auf der Wanderinsel La Gomera wirklich die Ausnahme. Wie auf der gesamten Insel sind sämtliche Wanderwege um Las Hayas und dem Valle Gran Rey in einem guten Zustand und zumeist auch neu angelegt und sehr übersichtlich markiert. Das Valle Gran Rey ist wirklich ein Ort, der das Wanderherz höher schlagen lassen.

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12 thoughts on “La Gomera – Wandern auf königlichen Wegen im Valle Gran Rey

  1. Eine großartige Landschaft. Sollte ich jemals dorthin kommen, werde ich mir bei dir Anregungen holen.
    LG aus Köln, Ingrid

  2. Ich habe La Gomera von einem Tagesausflug in sehr schöner Erinnerung. Hoffentlich hält sich der Massentourismus dort in Grenzen und verschandelt die einzigartige Schönheit der Insel nicht.

    Mit lieben Grüßen aus dem kalten Deutschland,
    Anna-Lena

    • Ich war Ende der 80ger Jahre und nun 2014 und 2015 dort. Natürlich ein großer Unterschied, aber nicht nur auf La Gomera ist seit den 80ger Jahren das Leben weiter gegangen :-). Unten im Valle hat es mir früher besser gefallen, da es noch keine großen Hotels und Anlagen dort gab. Doch die restliche Insel ist immer noch sehr idyllisch und voll von wunderschöner Natur. liebe Grüße nach Deutschland Leonie

      • Hauptsache, es gibt noch unbebaute Natur und das scheint ja der Fall zu sein. Ich war Anfang der achtziger Jahre da und da gab es noch kaum Tourismus.

  3. Eine wundervolle Gegend.
    Leider kann ich so weite Wege nicht mehr zurücklegen.
    Was sind wir 5 oder 8 km gewandert, mit viel Freude im Gleichschritt.
    Ab war das schön!
    Liebe Grüße Bärbel

    • Liebe Bärbel, ich denke, dass es beim Wandern ja auch gar nicht auf die Länge der Wanderung ankommt. Wie ich hier geschrieben habe, gibt es auf La Gomera auch sehr viele kleine und wunderschön angelegte Rundwanderwege, wie z. B. der durch den Lorbeerwald in Las Hayas. Die Strecke ist noch viel kürzer als die von Dir angesprochenen 5-8 Kilometer, was ja für eine Gebirgswanderung auch schon eine enorme Leistung ist. Liebe Grüße Leonie

  4. Da hast Du Recht…Natur und für mich neue Wege gibt es auf La Gomera noch genügend. Und ich hoffe sehr, dass ich in den nächsten Jahren dort ab und zu zum Wandern Gelegenheit finden werde.

  5. Bei diesen Bildern und den Beschreibungen bekomme ich gleich wieder Fernweh und Lust aufs wandern.
    Es ist wirklich eine wunderbare Gegend dort..
    Das Meditationszentrum kenne ich nicht. Vielleicht gab es das 2005 noch nicht.
    LG Gabi

    • Ich weiß nicht seit wann es dort ist. Damals Ende der 80ger gab es noch nicht einmal den Hafen. Im Reiseführer stand etwas von Osho, aber Genaues weiß ich auch nicht. liebe Grüße Leonie

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