Teneriffa Wandern: Vom Mirador de San Pedro nach Puerto de la Cruz


Dieser Artikel wurde von Leonie am 13. Dezember 2013 auf Noticias7 veröffentlicht.

Herrenhaus La Casona umgeben von Palmen

Seit vielen Jahren sind die Küstenwanderwege rund um Puerto de la Cruz bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt. Sie sind von der Stadt aus einfach und bequem mit dem Auto, dem Bus oder sogar zu Fuß zu erreichen. Und immer wieder bieten sich dem Spaziergänger schöne Ausblicke auf die Nordküste Teneriffas.

Einer der ältesten und sehr beliebten Wanderwege startet am Mirador de San Pedro. Direkt neben der großen Autostraße TF-5 liegt der Mirador, der heute Ausgangspunkt für unsere Wanderung ist. Aus 130 Metern Höhe schauen wir über das Meer und weit über Puerto de la Cruz hinaus auf die Nordküste. Nicht verschwiegen werden soll, dass es hier im Norden doch ab und zu einmal ein paar nasse Schauer geben kann. Die dunklen Wolken kommen aus der Inselmitte vom Teide über das Orotava Tal hinuntergezogen. Doch nach kurzer Zeit kommt zumeist auch sehr schnell wieder die Sonne heraus.

Bereits vom Parkplatz des Mirador bietet sich uns ein wunderschöner Ausblick auf das Meer. Hier steht eine kleine Kapelle und gleich daneben befindet sich eine Bar. Die Restaurantterrasse mit dem herrlichen Blick lädt zum Verweilen ein. Wer sich nicht die Zeit zum Sitzen nehmen möchte, für den bietet an einigen Tagen ein Imbisswagen kleine Happen für den schnellen Hunger an. Doch keiner sollte nur hier oben sitzen bleiben und auf die Küstenregionen herunter zu schauen. Denn ein sehr gut angelegter Küstenwanderweg führt unmittelbar vom Mirador San Pedro herunter und dann immer an der Küste entlang bis nach Puerto de la Cruz.

Zunächst wandern wir gleich neben der Kapelle auf einem breiten Pflasterweg am Mirador hinunter. Unten angekommen stehen wir nach fünf Minuten vor einem schönen alten Herrenhaus (La Casona). Hier lohnt sich ein kleiner Abstecher am Haus vorbei und am schmalen Küstenweg entlang, um einen ersten Blick von der Punta del Guindaste

über die Küste zu werfen. Nach diesem kleinen Ausflug gehen wir zurück auf den Hauptweg, der uns mit der Ausschilderung „El Roque“ Richtung Puerto de la Cruz führt.

Auf dem ersten Wegabschnitt gehen wir durch eine üppige Botanik. Hohe Palmen, Büsche und bunt blühende Sträucher säumen den Weg. Immer wieder stoßen wir auf hübsch angelegte Holzstege, die zu kleinen Abstechern unter die Palmen, auf eine Bank oder zu einer Wasserquelle einladen. Es gibt auch erste Möglichkeiten vom Weg links ein wenig hinunter zu gehen und auf angelegten Aussichtspunkten weit über die Küste zu schauen.

gut angelegter Küstenwanderweg

gut angelegter Küstenwanderweg

Nach kurzer Zeit geht es auf einer Holzbrücke Richtung „El Roque“ über den Barranco del Agua. Nach der Brücke geht es auf der gegenüberliegenden Seite am Barrancorand empor. Nun können wir zurück auf die großen am Rande der Klippen liegenden weißen Wohnanlagen von San Vicente schauen. Wir gehen einen breiten Weg an einigen Häusern, die hier oben unmittelbar an der Steilküste liegen, entlang. Am Ende dieses Weges befindet sich eine Art Tor, durch das wir hindurchschreiten können, um auf einen breiten Beton Weg zu gelangen. Den gehen wir hinab. Danach geht es weiter in Wegwindungen hinab und um eine Bucht herum.

An dieser Stelle unterhalb von Romantica (Ortsteil von Los Realejos) haben wir einen ersten Blick auf eine verfallene Ruine. Unten am Meer in den Klippen liegt die Casa Hamilton. Thomas hat bereits in einem Artikel im November 2013 über das verfallene Haus berichtet. Es handelt sich um eine ehemalige Wasserpumpanlage,

durch das Tor geht es weiter

durch das Tor geht es weiter

die bei ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1903 die erste Dampfmaschine auf Teneriffa beherbergte. Die Anlage wurde von der Familie Hamilton und dem Ingenieur José Galván gebaut, um das Wasser der Gordejuela-Quelle in langen Wasserleitungen hochzupumpen und für die Landwirtschaft zu nutzbar zu machen. Die für die Bauruine zuständige Gemeinde Los Realejos bemüht sich heute darum, eine neue Nutzung für das alte Haus zu finden. Bis das geschehen sein wird, wird es weiterhin an dieser landschaftlich schönen Stelle auf eine neue Bestimmung warten. Und leider wird es auch weiterhin dem Verfall Preis gegeben sein. Ich kann mich schwer von dem imposanten Objekt, das immer wieder ein interessantes Motiv für Fotografen ist, losreißen.

Doch Puerto de la Cruz wartet auf uns. Kurze Zeit später geht es noch einmal über eine Brücke über den Barranco El Patronato. Auf einem schmalen Küstenwanderweg geht es danach teilweise unmittelbar am und unter dem Fels entlang. Und dann dauert es nicht mehr lange und wir erreichen eine Straße und die ersten Wohnhäuser von Puerto de la Cruz.

Ruine Casa Hamilton

Ruine Casa Hamilton

Nun befinden wir uns ganz in der Nähe der sogenannten Punta Piedra Gorda. Wer mag kann hier an der Küste entlang seinen Spanziergang Richtung Puerto de la Cruz Innenstadt fortsetzen oder auch dem nicht entfernt liegenden Loro Park einen Besuch abstatten.

Und wer noch nicht genug gewandert hat, der kann den gleichen Weg wieder zurückgehen. Denn wie jeder Spaziergänger und Wanderer weiß: von der anderen Seite aus betrachtet, gibt es auf jedem Weg auch wieder eine neue Sicht.

Informationen:

Höhenunterschied: ungefähr 200 Meter im Abstieg und 100 Meter im Aufstieg. Beim Rückweg entsprechend umgekehrt.

wandern unter den Felsen

wandern unter den Felsen

Anforderung: Da die Wanderwege und Straßen recht neu angelegt und allesamt in einem sehr guten Zustand sind, handelt es sich mehr um einen besseren Spanziergang als um eine anstrengende Wanderung.

Startpunkt: Der Parkplatz am Mirador San Pedro an der Straße TF-5. Wer mit dem Bus anreisen will kann u. a. die Buslinien 107, 108 und 363 benutzen, die aus Richtung Puerto de la Cruz kommend am Mirador halten.

Zeit: reine Wanderzeit zwischen eine knappe Stunde bzw. mit Rückweg 2 Stunden. Wer allerdings alle Sehenswürdigkeiten am Wegesrand aufsuchen und betrachten möchte, sollte durchaus je Weg 2 Stunden einplanen.

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6 thoughts on “Teneriffa Wandern: Vom Mirador de San Pedro nach Puerto de la Cruz

  1. Schöner Bericht von einer sicher auch sehr schönen Wanderung.
    Die Ruine Casa Hamilton kenne ich. Mir war sie schon lange aus der Fotocommunity bekannt, weil sie ein beliebtes Motiv bei den Fotografen ist. Bei unserem letzten Teneriffa Besuch trafen wir uns mit einer deutschen Frau aus der FC, die damals Teneriffa wohnte und die hat uns dorthin gebracht. Alleine hätten wir die wohl nie gefunden. 🙂
    Mir war die Ruine zuerst auch nur unter dem Namen “Casa de Dios” bekannt.
    Ich war natürlich ganz begeistert davon und hätte mich dort dumm und dämlich fotografieren können. 🙂

    Hier ein Foto davon: http://fc-foto.de/30320439
    Und im Ordner “Teneriffa” gibt es noch ein paar: http://www.fotocommunity.de/fotografin/gabi-eigner/fotos/teneriffa/416842

    LG Gabi

    • Die Ruine ist wahrlich ein tolles Motiv. Den anderen Namen habe ich noch nicht gehört. Die letzten Male als ich auf dem Wanderweg dort vorbei kam, war leider immer sehr graues Nebel- und Regenwetter. Doch Dein Foto ist wirklich sehr sehr schön. LG Leonie

      • Keine Ahnung, woher der Name kommt. Er hatte sich früher halt in der FC so verbreitet.
        Ich denke, Du wirst sicher noch öfter Gelegenheiten haben, dort vorbei zu kommen.

  2. Leonie. hat dich Lasko auf wirklich ALLEN Touren begleitet oder gab es auch Touren, wo er zu Haus bleiben musste, weil es für ihn zu gefährlich geworden wäre?
    Die verlinkten Fotos zeigen ja die Ruine noch besonders eindrucksvoll.

    • Lasko hat mich wirklich auf allen Touren – 100% auf jeder Tour – begleitet. Und Du würdest staunen, wenn Du ihn klettern sehen würdest. Er ist schneller und weitaus trittsicherer, als wir es sind. Er schwimmt, klettert und läuft – der perfekte Outdoorhund :-). Noch! Und ich hoffe, dass das auch noch ein wenig so bleibt.
      Ja, die Fotos von Gabi sind wirklcih wieder wunderschön. LG nach Berlin

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