Ein Kurztrip zum weißen Vulkanfelsen Risco Blanco


Dieser Artikel wurde von Leonie am 26. September 2013 auf Noticias7 veröffentlicht.

Risco Blanco mit vorgelagerten Sattel

Risco Blanco mit vorgelagerten Sattel

Häufig nehmen gerade die interessanten und abwechslungsreichen Wanderungen einen ganzen Tag in Anspruch. Aber nicht jeder hat so viel Zeit im Urlaub. Auch fragen mich häufig Leserinnen und Leser, ob es denn nicht auch eine landschaftlich zu empfehlende Wanderroute gäbe, die sozusagen „einfach mal zwischendurch“ gelaufen werden kann. Vielleicht möchte die eine oder der andere auch bei einer Inselrundtour lediglich irgendwann für einige Stunden aus dem Fahrzeug aussteigen und durch die Natur laufen. Für alle Leser, die Interesse an einer solchen kurzen Wanderroute haben, möchte ich heute die Wege um den Risco Blanco vorstellen. Das Gebiet um den weißen Vulkanfelsen ist besonders für die Wanderer geeignet, die gerne wilde Natur und schöne Ausblicke genießen, aber dennoch nicht gerne den ganzen Tag unterwegs sein wollen oder einfach nur eine kurze Wanderroute bevorzugen. Bei Bedarf lässt sich jedoch auch diese Wandertour erweitern und auf verschiedene Weise variieren.

Risco Blanco von Los Quemados

Risco Blanco von Los Quemados

Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Kirchplatz in El Molledo (870 Meter), einem kleinen Dorf, das an der Landstraße TF-82 zwischen El Retamar und Santiago del Teide liegt. Der gesamte Ort wirkt auf den ersten Eindruck in den frühen Morgenstunden wie ausgestorben. Kein Mensch ist auf den verlassenen Straßen zu sehen. Doch im Laufe des Tages füllen sich die Bänke auf dem Kirchplatz, an dem die älteren Bewohner gerne die letzten Dorfneuigkeiten austauschen. Kinder spielen im Schatten der hohen Bäume und ab und zu fährt auch einmal ein Auto vorbei. Die Parkplatzsuche gestaltet sich dementsprechend in den ruhigen Gassen von El Molledo sehr leicht. Doch auch die Anreise mit dem Autobus nach El Molledo ist ohne weitere Schwierigkeiten möglich, da der Ort an der gut ausgebauten Busstrecke zwischen Puerto de Santiago und Puerto de la Cruz liegt.

Von der Kirche in El Molledo gehen wir geradeaus durch die Calle La Calzada und erreichen am Ortsausgang den Barranco de Santiago, den wir ebenerdig durchqueren. Auf der anderen Seite des Barrancos geht es dann nach einer Weggabelung bergauf. Rechts zweigt der Wanderweg nach Santiago del Teide ab. Wir gehen geradeaus weiter und folgen der Beschilderung zum Risco Blanco (Wanderweg 65.1), die nicht zu verfehlen ist. Denn an den Wegkreuzungen sind große Hinweistafeln angebracht. Die Wanderroute verläuft zunächst leicht und später auch in einzelnen Passagen steil bergauf quer durch den Hang. Der Weg ist einfach zu gehen, nicht ausgesetzt und für den Wanderer leicht zu finden. Das mag auch der Grund dafür sein, dass ein Wanderer hier oben nie völlig allein ist. Relativ häufig begegnen uns einzelne Wanderer, aber auch ganze Gruppen, die es hier hoch ins Teno Gebirge auf die Wanderwege um den Risco Blanco gezogen hat.

Regenbogen hinter El Molledo

Regenbogen hinter El Molledo

Wir folgen dem Weg bis wir auf dem Pass bei ca. 1000 Höhenmetern sind. Unterwegs passieren wir einen steinernen Trinktrog für Vieh, aus dem auch ein Hund, der uns vielleicht begleitet, ein wenig trinken kann. Auf dem Pass führt ein Weg weiter geradeaus. Wir aber halten uns rechts und kommen nach einiger Zeit an einer einsam gelegenen Finca vorbei, die wir auf der linken Seite über ein rotes Felsplateau umgehen. Kurze Zeit später gelangen wir auf eine Anhöhe, von der wir einen fantastischen Ausblick auf den Risco Blanco, in den Barranco Seco und auf die benachbarten Höhenzüge haben. Der Risco Blanco liegt mit seinem Profil, das an die Büste einer markanten Persönlichkeit erinnert, zum Greifen nah vor uns. Wir wandern den Weg 10 Minuten lang weiter und gelangen zu einer alten Ruine, deren Steine bereits rund um den Bau verteilt sind.

Ruine - hier beginnt der Abstieg zum Risco Blanco

Ruine – hier beginnt der Abstieg zum Risco Blanco

Bei dieser Ruine, die wir umrunden, führt der Weg steil bergab, zu dem vorgelagerten Sattel des Risco Blanco. In ungefähr 20 Minuten stehen wir dann unmittelbar auf dem kleinen Sattel vor dem Risco Blanco, den wir queren. Wir können noch ein Stück bergauf Richtung Felsen gehen bis wir vor einer großen Informationstafel stehen bleiben. Wer die Informationen über den Risco Blanco gelesen hat, kann hier in 850 Metern Höhe unmittelbar unter dem riesigen Vulkanfelsen die Aussicht in alle Richtungen genießen.

Infotafeln am Risco Blanco

Infotafeln am Risco Blanco

Nun dürfte eine bis 1,5 Stunden vergangen sein. So dass Wanderer, die wirklich nur einen Kurztrip suchen, jetzt auf dem gleichen Weg zurückgehen sollten. Ohne Pausen dürfte der Weg bei gemütliche Gehen mit Hin- und Rückweg ungefähr 2 bis 3 Stunden dauern.

Das Felsplateau – Los Quemados

Auf den Risco Blanco geht es von hier nur für geübte Kletterer weiter. Wer Glück hat, kann hier auch häufig Kletterer, die sich an den schroffen Wänden des weißen Felsens versuchen, beoabachten.

Kletterer am Risco Blanco

Kletterer am Risco Blanco

Wanderer, die ein wenig mehr Zeit mitgebracht haben und noch ein wenig weiter möchten, können rechts am Risco Blanco vorbei bergab noch eine knappe Stunde weiter wandern. Der schmale herunter führende Pfad ist allerdings sehr eng und nicht mehr so konfortabel angelegt, wie der häufig begangene Weg zum Risco Blanco. Es geht steil abwärts auf dem kleinen Weg und zunächst immer an der rechten Seite des Risco Blanco entlang. Nach einiger Zeit wechseln wir auf die andere Hangseite und folgen dem Pfad, der unmittelbar am Hang verläuft und mit Steinmännchen gut gekennzeichnet ist. Nach kurzer Zeit gelangen wir dann auf ein Felsplateau, von dem wir eine fantastische Aussicht haben. Von der großen Felsterrasse geht es auf einem Pfad an der linken Hangseite bis auf eine Höhe von ca. 700 Metern noch weitere 10 Minuten bergab. Dann folgen wir dem einzig möglichen Pfad auf der linken Seite steil bergan auf ein weiteres großes Felsplateau unterhalb des Risco Blanco. Dieses letzte Stück des Weges erfordert ein wenig Kletterarbeit und geht tatsächlich steil am Felsen empor. Doch die Mühe  lohnt sich.

Hund ruht auf dem Felsplateau der Los Quemados in luftiger Höhe

Hund ruht auf dem Felsplateau der Los Quemados in luftiger Höhe

Hier oben auf dem Felsdach der Los Quemados können wir in Höhe von 760 Metern eine wunderbare Aussicht in alle Richtungen genießen. Auf diesem Plateau endet auch der Weg und damit die Wanderung um den Risco Blanco, denn von hier geht es nur noch steil abwärts. Wir schauen über die schroffen Felswände in den Barranco Natero und auf der anderen Seite in den Barranco Seco hinab . Ein idealer Rast- und Picknickplatz, der zwischen zackigen Felsen zum Verweilen einlädt.

Wer bis auf die Los Quemados gekommen ist, hat bereits vom Ausgangspunkt der Wanderung und über den Pass einige Höhenmeter durch die vielen Abstiege auf dieser Wandertour verloren. Das macht sich jetzt auf dem Rückweg, der durch vermehrte Anstiege gekennzeichnet ist, deutlich bemerkbar.

Blick von den Los Quemados in den Barranco Natero

Blick von den Los Quemados in den Barranco Natero

Rückweg über den Pass

Wir gehen mangels Alternative auf dem gleichen Weg zurück bis zum Fuß des Risco Blanco und dann aufwärts an der Finca vorbei bis zum Kamm, von dem wir wieder in den Barranco de Santiago sehen können.Wer von hier nicht den gleichen und somit den direkten Weg nach El Molledo zurücknehmen möchte, dem bietet sich an dieser Stelle noch eine weitere sehr abwechslungsreiche Variante an. Wir gehen nicht Richtung El Molledo, sondern rechts auf den Pass zwischen dem Barranco de Santiago und den Barranco Seco entlang. Teilweise ist der Weg ein wenig unwegsam und ab und zu muß auch ein wenig gekraxelt werden. Dafür werden wir jedoch mit unvergleichlichen Ausblicken zu beiden Seiten in den Barranco Santiago und in den Barranco Seco sowie auf den Risco Blanco belohnt.

am Pass muss ein wenig gekraxelt werden

am Pass muss ein wenig gekraxelt werden

Nach etwa einer halben Stunde Passwanderung gelangen wir an eine Stelle, an der es rechts weiter herunter in Richtung Barranco Seco und auch weiter nach Tamaimo geht. Wir queren die Passseite nach links und gehen auf einem kleinen Pfad, der leicht absteigend durch den Hang verläuft, wieder Richtung El Molledo zurück. Dabei kommen wir an einer verlassenen Ziegenfarm vorbei und gelangen nach etwa 20 Minuten zurück an die Weggabelung, an der wir den Aufstieg zum Risco Blanco begonnen haben.

eine verlassene Ziegenfarm - hinten: der Ort El Molledo

eine verlassene Ziegenfarm – hinten: der Ort El Molledo

Diese Wandertour oder besser gesagt, diese Wandertouren um den Risco Blanco können somit individuell sehr unterschiedlich und abwechslungsreich gestaltet werden. Im Mittelpunkt und immer in Sichtweite steht jedoch der in den Himmel aufragende helle Vulkanfelsen des Risco Blanco.

Informationen:

Höhenunterschied: Höhenmeter überwinden wir auf dieser Wanderung nicht in eine Richtung, sondern es geht beständig auf und ab. Von El Molledo (880 Höhenmeter) aus wandern wir gute 100 Höhenmeter auf den Pass, die wir bis zum Fuß des Risco Blanco wieder verlieren. Wer dem Weg weiter abwärts folgt, verliert weiter an Höhe, die er bei dem Aufstieg auf das Felsplateau Los Quemados wieder zurück gewinnen wird. Weitere Höhenmeter sind durch die verschiedenen  Auf- und Abstiege auf der gesamten Strecke zu überwinden.

Anforderung und Zeit: leicht bis mittel, da es sich um eine relativ überschaubare Wanderung handelt, die bis zum Fuß des Risco Blanco und zurück in 2,5 bis 3 Stunden leicht zu bewältigen sein dürfte. Wer weiter auf das Felsplateau der Los Quemados wandern möchte, sollte knapp zwei weitere Stunden einplanen. Und wer noch zusätzlich auf dem Rückweg den Rundweg über den Pass angehen will, sollte mindestens eine zusätzliche Stunde einkalkulieren. Auch ist Voraussetzung für den Passwanderer, unbedingte Tritt- und Schwindelfreiheit.

Startpunkt: Kirche von El Molledo (zu erreichen über die Landstraße TF-82 El Retamar – Santiago del Teide).

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