Teneriffa Wandern: Zum Fisch essen nach Alcalá


Dieser Artikel wurde von Leonie am 2. September auf Noticis7 veröffentlicht.

Auf dieser Route hat sich zwischenzeitlich Einiges getan. So ist die in dem Artikel angesprochene “Umleitung” wegen Bauarbeiten quer durch die Bananenplantagen aufgehoben. Zwar ist auch dieser Weg weiterhin als Alternativstrecke (eventuell) für den Rückweg weiterhin begehbar. Doch die Bauarbeiten zwischen Puerto de Santiago und Alcalá sind  beendet, so dass die gesamte  Wandertour wieder entlang der Wasserlinie möglich ist. Am nördlichen Ortsende von Alcalá ist eine neue Strandpromenade mit Spazier- und Radfahrwegen entstanden. Hübsch angelegte Badebuchten mit schwarzem Strand und in die schwarzen Felsen eingelassene Naturpools laden zu einem Bad ein.

Blick auf Alcalá mit Hafen

Blick auf Alcalá mit Hafen

Bei dieser kleinen Wanderung am Meer entlang, handelt es sich eher um einen ruhigen Spaziergang, als um eine anspruchsvolle Wanderroute. Doch um sich zu bewegen oder etwas Gutes für die Gesundheit zu tun, muss es ja nicht täglich eine konditionelle Herausforderung in Form einer Gipfelbesteigung sein.

Ab und zu tut es auch ein ausgedehnter Spaziergang. Und auf einen solchen Spaziergang, der uns am Meer entlang zu dem beschaulichen Ort Alcalá führt, möchte ich heute meine Leser mitnehmen. Es geht an der Küste durch Bananenplantagen entlang und vorbei an wagemutigen Surfern.  Mit Blick auf den blauen Atlantik können wir dabei ein wenig entspannen und frische Luft tanken. Der Weg führt die meiste Zeit unmittelbar am Wasser entlang. Daher sollte niemand seine Badesachen vergessen, denn zwischendurch taucht immer wieder eine kleine lauschige Badebucht auf. Eine gute Gelegenheit für ein vitalisierendes Bad im frischen Atlantikwasser.

Blick zurück auf Puerto de Santiago vom Wanderweg am Meer

Blick zurück auf Puerto de Santiago vom Wanderweg am Meer

Wir starten unseren Küstenspaziergang in Puerto de Santiago oder im Ortsteil Playa Arena und folgen zunächst immer der Hauptstraße am Meer entlang. In Ortsteil Vardero von Puerto de Santiago verlassen wir die Hauptstraße nach rechts und gehen durch einige Wohnblöcke und Ferienanlagen Richtung Meer. Hinter dem letzten Haus beginnt mit dem Ende der Asphaltstraße eine breite Fahrpiste, die uns unmittelbar am Meer entlang Richtung Alcalá führt. Auf unserer linken Seite wandern wir an  große Bananenplantagen vorbei, auf denen das ganze Jahr über große Stauden der kleinen kanarischen Bananen zu bewundern sind. Doch nicht alle Obstplantagen scheinen zu florieren. Teilweise sehen wir auf diesem Spaziergang auch Bauruinen sowie leerstehende Gehöfte.

Alcala 002

 

Surfer, einsame Häuser und ein Luxushotel

Bei entsprechendem Wind und Wellenverhältnissen können wir wunderbar vom Weg aus den vielen Surfern zu sehen, die hier auf dem Meer außerhalb des Ortes die großen Wellen suchen. Viele Spanier kommen an die Strände und Buchten, die wir passieren, um hier am Wochenende zu campen. Grillduft schlägt uns in die Nase. Junge Leute sitzen zusammen, spielen Gitarre oder sitzen mit einem Bier und schauen den wagemutigen Surfern zu, die noch bis in den späten Abend die gewaltigen Wellen bezwingen. Zur linken Seite bietet sich uns ein wunderbarer Blick hoch auf den Gebirgsort Tamaimo und auf den Teide.

Surfer zwischen Puerto de Santiago und Alcalá

Surfer zwischen Puerto de Santiago und Alcalá

Nach 10 Minuten Wanderung passieren wir ein großes Haus, das hier anscheinend unbewohnt und sehr einsam gelegen am Meer vor sich hin verfällt. Zeitweise wird es von einem Hund bewacht, der anschlägt, wenn ein Fremder dem Zaun zu nahe kommt. Doch ab und zu scheint der einsame Hund sich regelrecht zu freuen, wenn seine Einsamkeit hier draußen durch ein menschliches Wesen ein wenig unterbrochen wird. Kurzes Zeit später kommen wir an einem weiteren großen unmittelbar am Meer liegenden Haus vorbei. An diesem Haus ging es ursprünglich rechts vorbei, um dicht am Ufer Richtung Alcalá weiter zu gehen. Im Herbst 2012 war dieser Durchgang jedoch wegen Bauarbeiten gesperrt.

Haus am Meer

Haus am Meer

Wenn die Sperrung fortbestehen sollte, müssen wir dem Hauptweg nach links weiter folgen und für kurze Zeit dem Meer den Rücken zukehren. Der Hauptweg führt uns in einem großen Bogen inmitten durch riesige Bananenplantagen. Wir gehen entlang von weißen Mauern und hohen Zäunen, die die Plantagen umgeben und anscheinend vor Obstdiebstahl schützen sollen.

In Zeiten mit großen Regenfällen kann es an dieser Stelle des Weges vorkommen, dass die kleinen Fahrwege vollkommen aufgeweicht und sogar nass und überschwemmt sind. Dann ist ein Fortkommen nur möglich, indem wir durch die Pfützen waten. Als Schuhwerk bieten sich dann Gummistiefel oder zumindest Flip-Flops an.

Luxushotel mit Schwimming Pool

Luxushotel mit Schwimming Pool

Nachdem wir die Bananenplantagen hinter uns gelassen haben, sind wir bereits in Alcalá. Als Erstes treffen wir auf ein großes Luxushotel, an dem wir an der Front oder im rückwärtigen Bereich vorbei laufen können. Wählen wir die Rückfront kommen wir an einem sehr großen langen Schwimmingpool vorbei, den wir über die Mauer des Hotels betrachten können. Diesem Pool wird nachgesagt, einer der längsten Hotelpools der Welt zu sein. Um ihn zu sehen, müssen wir uns nach den Plantagen rechts halten. Dann können wir auf neu angelegten Spazierwegen hinter dem Hotel unmittelbar am Meer weitergehen. Hier sind in den letzten Jahren sehr schöne neu angelegte Spielplatz- und Sportanlagen sowie mehrspurige Fahr- und Wanderwege am Meer entstanden. Es sieht ein wenig so aus, als wenn hier der Küstenstreifen von L. A. kopiert werden sollte. Ein Zusammenhang dieser Baumaßnahmen mit den Bedürfnissen der Bewohner des Luxushotels liegt auf der Hand.

Alcalá – ein beschauliches Fischerdörfchen am Atlantik

Nach weiteren 5 Minuten treffen wir auf die ersten Wohn- und Geschäftshäuser der Stadt Alcalá, die zum Gemeindegebiet von Guia de Isora gehört. Alcalá selber ist, abgesehen von diesem einzigen großen Hotel, ein kleines beschauliches Fischerdörfchen an der Westküste Teneriffas. Der Ort liegt zwar direkt an der Hauptstraße von Las Americas nach Los Gigantes und nur wenige Kilometer von Adeje und den anderen Touristenzentren der Südküste entfernt, aber dennoch abseits der Touristenströme.

Dorfmitte von Alcalá

Dorfmitte von Alcalá

Kaum ein Tourist verirrt sich in das verschlafene Dörfchen, das sich tatsächlich noch den Reiz eines ursprünglichen Fischerdorfes erhalten hat. Die vielen Geschäfte werden größtenteils von Einheimischen frequentiert und auch in den Bars und Restaurants sind hauptsächlich die Bewohner von Alcalá selber anzutreffen.

Es gibt hier in Alcalá viele Fischer, die mit ihren Fischerbooten auf das Meer zum Fischen herausfahren und anschließend den fangfrischen Fisch verkaufen. Wir können nach dem langen Spaziergang und genügend Hunger in den kleinen Bars und Tavernen von Alcalá diesen fangfrischen  Fisch essen. Wer keinen Fisch mag, kommt dennoch bei typisch kanarischer Küche sowie einer großen Auswahl anderer erschwinglicher Speisen auf seine Kosten.

hübschangelegte Wege in Alcalá

hübschangelegte Wege in Alcalá

Vom Hotel setzten wir unseren Weg geradeaus an der Küste fort und kommen auf den vielen neu hergerichteten Wegen entlang der Promenade zum kleinen Hafen mit den bunten Fischerbooten. Unterwegs geht es an  Bars, Restaurants und Tavernen vorbei. Mitten im Hafen- und Stadtgebiet haben sich einige Besucher der Stadt zum Sonnen eingefunden. Auf kleinen Badeleitern geht es zur Abkühlung unmittelbar ins kühle Nass des Hafenbeckens. Diese Bademöglichkeiten, die unmittelbar in das tiefe Wasser führen, sind bestens für geübte Schwimmer, allerdings weniger für Kinder und ungeübte Schwimmer geeignet.  Wer nicht so gerne in das Hafenbecken eintauchen mag, kann auch in den in unmittelbarer Nähe liegenden idyllischen Badebuchten sein Bad nehmen.

Mensch und Tier können baden

Mensch und Tier können schwimmen oder baden

Hier in Alcalá trifft man auf die Einheimischen und kann bei einem Schwätzchen etwas über das ursprüngliche Fischerdorf und die neuesten Neuigkeiten aus Alcalá erfahren. Ein Treffpunkt für die Einwohner und die Besucher des Ortes ist der von Lorbeer Büschen umgebene Dorfplatz, der nur wenige Meter vom Wasser entfernt liegt. Um diesen schattigen Platz herum liegen Geschäfte, Bars und kleine Restaurants, die zum Café con Leche und zum Austausch von neuen Dorfinformationen einladen. Hier trifft man sich auch im Dorf untereinander, plaudert auf den Bänken mit dem Fischer von nebenan oder genießt einfach nur die Ruhe.

Wer am Montag auf diesen Dorfplatz kommt, kann weniger die Ruhe, dafür jedoch den Markttrubel von Alcalá genießen. Auf dem Markt von Alcalá gibt es neben frischen Fisch, Gemüse, Obst und Käse überwiegend Kleidung, Trödel, Kitsch und Kunst. Dennoch zieht der Markt anscheinend nicht nur die Einheimischen, sondern an diesen Tagen tatsächlich auch viele Touristen, die hier ihre Mitbringsel von der Insel kaufen, an.
Wir können durch die Stadt Alcalá weiter am Wasser entlang laufen. Dabei stoßen wir immer wieder auf kleine lauschige Badebuchten, die zu einem Bad oder einfach nur zum Verweilen einladen. Wer diesen Spaziergang ausdehnen möchte, kann auch noch weiter an der Küste entlang zu dem nächsten Küstenort Playa San Juan laufen. Dafür muß allerdings von Zeit zu Zeit der Küstenweg mit der dorch recht befahrenen Küstenstraße eingetauscht werden. Wer nicht mehr laufen mag, kann mit dem Bus weiter- oder zurück fahren oder einfach nur in Ruhe langsam am Meer zurückbummeln. Doch bevor wir Alcalá verlassen, werde ich mir zumindest in einem der kleinen Restaurants am Hafen noch einen fangfrischen Fisch mit einem kanarischen Wein gönnen.

frische kanarische Bananen

frische kanarische Bananen

Informationen:

Höhenunterschied: nicht von Bedeutung

Anforderung: leicht, da auf Fußwegen, Fahrwegen und gut angelegten Caminos gewandert wird. Lediglich bei sehr großer Hitze sollte auf geeigneten Sonnenschutz und Wasservorräte geachtet werden. Wasser kann allerdings überall in Puerto des Santiago und in Alcalá auch an Feiertagen eingekauft werden.

Startpunkt: Hauptstraße Puerto de Santiago oder Playa Arenas

Zeit: reine Wanderzeit für den Hin- und Rückweg ca. 2 Stunden.

Hinweis: Wer noch nicht genug gewandert hat, kann von Alcalá noch weiter in Richtung Playa San Juan an der Küste weiter wandern. Allerdings muss dann zeitweise auf die Hauptstraße ausgewichen werden.

In Regenzeiten kann der Weg zwischen den Bananenplantagen vor Alcalá überschwemmt sein.

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