Teneriffa Wandern: Paisaje Lunar

Dieser Artikel wurde von Leonie am 20. Mai 2013 auf Noticias7 veröffentlicht.

Paisaje Lunar - Bimsstein Säule
Bimsstein Säule

Paisaje Lunar – Bimsstein Säule

Eine Wanderung auf Teneriffa, bei der es eine besonders interessante Landschaft zu sehen gibt, ist die sogenannte Paisaje Lunar. Dieser Rundweg führt den Wanderer nicht auf den Mond, aber dafür in eine, nicht nur im übersetzten Sinn, wunderbare „Mondlandschaft“, die ohne Zweifel zu den größten Naturwundern der Insel zählt. Ihren Namen hat die Mondlandschaft von den weißen riesigen Bimssteinsäulen und Felsen erhalten, die auf dieser ca. 13 Kilometer langen Wanderung zu bestaunen sind.
Ich selber habe diese Wanderung bisher zwei Mal gemacht und werde sie garantiert noch weitere Male machen, da die von dichten Kiefernwäldern umrandete Mondlandschaft wirklich einmalig und nur hier zu bestaunen ist.

Zudem bietet die Paisaje Lunar zu jeder Jahreszeit neue fantastische Ausblicke aus der Höhe über die Insel. Diese Höhe, die uns bei gutem Wetter die halbe Insel zu Füßen legt, ist es allerdings auch, die uns im Winter die Sicht vollkommen vernebeln kann. Da die Paisaje Lunar in einer Höhe von über 1000 Metern liegt, kann es an einigen Tagen im Winter dort oben auch schon mal sehr nebelig und recht frisch sein. Daher sollte sich jeder, der diese Strecke gehen möchte, vorher ausgiebig über die Wetterverhältnisse informieren. Denn die beeindruckenden weißen Säulen und Felsen, die den Reiz dieser Wanderung ausmachen, sind bei Nebel und Regen wie vom Erdboden verschluckt.
Blick auf Vilaflor

Blick auf Vilaflor

Wanderung von Vilaflor

Ausgangspunkt für den offiziellen Wanderweg ist die große Plaza des Ortes Vilaflor, der an der TF-21, einer der Straßen die zum Teide Nationalpark hochführen, auf 1420 Metern Höhe liegt. Alternativ kann man die Wanderung auch oberhalb von Vilaflor auf einem Forstweg beginnen. Bei dem gut gekennzeichneten Weg, der bei KM 66 von der TF 21 abzweigt, handelt es sich um die Pista Madre del Agua. Wer von hier starten mag, spart Höhenmeter, muss allerdings noch fast vier Kilometer auf diesem Forstweg wandern, ehe er zum Einstieg in den Rundwanderweg gelangt. Möglich, aber verboten, ist es auch mit dem Fahrzeug diesen Weg bis zum Einstieg zu fahren. Das scheint eine sehr beliebte Variante zu sein, die allerdings von der örtlichen Polizei und den Beamten des Umweltschutzamtes überhaupt nicht gern gesehen und auch geahndet wird.

der Rundwanderweg mit weißen Felsen

der Rundwanderweg mit weißen Felsen

Da der Weg von dem Ort Vilaflor bereits sehr viel Abwechslung bietet und es sich in diesem Zusammenhang auch anbietet, dem kleinen sehenswerten Gebirgsort einen Besuch abzustatten, beschreibe ich hier im Folgenden die Paisaje Lunar von Vilaflor aus.
Ausgangspunkt ist die große Plaza im Zentrum von Vilaflor, die niemand übersehen kann. Unterhalb der großen Plaza in Vilaflor folgen wir zunächst durch den Ort dem gut ausgeschilderten  Wanderweg TF 72 (weiß-rot-gelb). Wir biegen auf die zweite Straße links ab und halten uns an den folgenden beiden Gabelungen jeweils auch wieder links. Kurze Zeit später zweigt rechts der ausgeschilderte Wanderweg ab. Es geht in den Barranco del Chorillo hinab. Wir kreuzen einen Fahrweg und kommen auf eine Piste, der wir nach links folgen. Nach ungefähr 50 Metern führt auf der rechten Seite der Wanderweg bergauf. Der breite Weg führt uns durch einen Kiefernwald und an einem großen Gehöft (Casa Galindo) vorbei. An dieser Stelle sind bereits ca. 200 Höhenmeter geschafft.

Ruine am Wegesrand

Ruine am Wegesrand

Kurze Zeit später gabelt sich der Weg und wir steigen halb rechts hinab in den Barranco de las Mesa und auf der anderen Barrancoseite wieder hinauf. Dann befinden wir uns an der Pista Madre del Agua. An dieser Stelle kommen auch die Wanderer an, die sich den Aufstieg von 240 Höhenmetern von Vilaflor aus ersparen möchten und den langen Weg über die Forstpiste bevorzugen. Zumeist parken hier auch einige Fahrzeuge.
Doch nun geht es für alle Wanderer, die die weißen Felsen sehen möchten, auf dem folgenden Rundwanderweg noch einmal 320 Meter hoch. Die Landschaft um uns herum ist so abwechslungsreich und beeindruckend, so dass es gut passieren, dass uns die Höhenmeter gar nicht schwer fallen. So geht es jedenfalls mir.

Rundwanderweg zu den weißen Felsen

der Wanderweg verläuft unterhalb der steilen Felswände

der Wanderweg verläuft unterhalb der steilen Felswände

Auf der anderen Seite der Piste Madre del Agua beginnt der Rundwanderweg, der uns nun stetig bergan führt. Wir halten uns am besten auf dem Hinweg links und kommen auf dem rechten Weg wieder zurück. So können wir den Rundwanderweg im Uhrzeigersinn passieren und haben einen etwas gemächlicheren Aufstieg, als wenn wir den Weg in die andere Richtung durchlaufen würden. Nach ungefähr einer halben Stunde überqueren wir eine weitere Piste. Wir gehen immer weiter hoch und folgen dabei einem Fahrweg, der uns an einer Ruine (Casa Marrubial) vorbeiführt. Dann geht es auf dem Weg rechts Richtung Hang und wir steigen auf den nächsten Bergrücken an. Dort sind einige riesige Lavakugeln zu sehen, die wie die „Teideeier“ in der Montana Blanca, einfach am Wegesrand liegen.

Wir passieren die großen schwarzen  Felsen und folgen dem gut gekennzeichneten Wanderweg, der sich nach knapp 20 Minuten gabelt. Während es geradeaus weiter bergan und in das Valle de

der Rundwanderweg mit weißen Felsen

der Rundwanderweg mit weißen Felsen

Ucanca geht, halten wir uns auf dem weiß-rot-gelb markierten Weg rechts. Wir kreuzen einen kleinen Wasserkanal, der jedoch zumeist ausgetrocknet ist. Dann gabelt sich der Weg noch einmal und wir folgen dem mit einem weiß-gelben Schild  gekennzeichneten Weg der Paisaje Lunar. An dieser Stelle haben wir 1970 Höhenmeter und damit den höchsten Punkt der Wanderung erreicht.

Nun geht es auf einem schmalen Weg steil bergab und bereits nach kurzer Zeit erreichen wir einen Aussichtsplatz, von dem aus wir auf die weißen Felsen der Mondlandschaft schauen können. Näher können wir  aus Naturschutzgründen leider nicht an die Felsen herankommen.

Die Geschichte der Asche, die sich in einen Mond verwandelte

Nach einem weiteren kurzen Abstieg kommen wir an den nächsten Aussichtsplatz. Hier ist auf einer großen Infotafel alles zu den weißen Felsen, die durch Vulkantätigkeit und Erosion entstanden sind, erklärt.

weiße Felsen

weiße Felsen

An dieser Stelle wird dem Wanderer auch die Entstehung der weißen Bimssteinfelsen erklärt und um Rücksicht für die weißen Naturwunder gebeten: „Sie sehen die letzte Szene eines sehr turbulenten Filmes, die Paisaje Lunar, die man ursprünglich auch Los Escurriales nannte, Seine Hauptdarsteller sind zwei Künstler der Natur, die auf den Kanaren stets Hand in Hand im Team zusammen arbeiten: die Vulkane und die Erosionskräfte, wie zum Beispiel der Wind und der Regen. Die diese Landschaft formenden Aschen- und Bimssteinablagerungen sind allerdings äußerst erosionsanfällig. Aus diesem Grund können selbst unsere Tritte nicht wieder gut machende Schäden anrichten und sie schon in kurzer Zeit zerstören. Damit dieser Film aber eine Fortsetzung haben und ein Happy End finden kann, dürfen wir sie nur aus einer gewissen Entfernung betrachten.“ Aber auch aus der Ferne betrachtet, ist dieser Ausschnitt des Mondes auf der Erde ein ganz besonderes Erlebnis, an dem sich viele Besucher täglich erfreuen. An diesen wunderschönen Aussichtspunkten befinden sich in unmittelbarer Umgebung auch viele Gelegenheiten für eine Rast mit Blick auf die Südküste und die Mondlandschaft. Sie sind das absolute Highlight dieser faszinierenden Rundwanderweges.

Mondlandschaft

Mondlandschaft

Danach geht es auf dem Rundweg rechts herum weiter. In einem leichten Abstieg geht es durch einen Kiefernwald und nach einer guten halben Stunde erreichen wir eine Wegkreuzung, an der es nach links zum Madre del Agua geht. Wir halten uns rechts und folgen weiter dem Rundwanderweg, der nun eine ganze Zeit immer parallel zur Piste verläuft. Wer es eilig hat, zurückzukommen, kann auch auf dem Fahrweg selber zurückgehen. Der zieht sich in langen Schleifen um den Berg herum, bis er wieder am Einstieg mündet.

Landschaftlich schöner ist unzweifelhaft der der Parallelweg durch die bewaldete Berglandschaft. Hier geht es an einer weiteren Ruine vorbei, bevor wir nach ungefähr einer halben Stunde wieder an den Einstiegspunkt für die Paisaje Lunar angekommen sind. Links geht es nun den gleichen Weg zurück nach Vilaflor und geradeaus zur TF 21.

Diese Wanderung bietet auf gut gekennzeichneten Wegen unvergessliche Natureindrücke. Und wer kann schon von sich behaupten, in fünf Stunden den Mond umrundet zu haben?

Informationen zur Paisaje Lunar:

Höhenunterschied:
Ca. 550 Höhenmeter von Vilaflor (1420m) bis zum höchsten Punkt der Wanderung (1970m).

Anforderung:
Einfach, da er Weg ohne ausgesetzte Stellen, zumeist breit und gut gekennzeichnet ist. Allerdings sind bei einem Aufstieg von Vilaflor doch ungefähr fünf Zeitstunden einzuplanen. Die gesamte Tour ist knapp 13 Kilometer lang.

weißer Fels und grüne Kiefernwälder geben einen guten Kontrast

weißer Fels und grüne Kiefernwälder geben einen guten Kontrast

Startpunkt:
Unterhalb der Großen Plaza in Vilaflor (1420m)
Reine Wanderzeit für  die Wanderung ab Vilaflor knapp 5 Stunden. Wenn der Beginn der Wanderung an der TF 21 geplant wird, werden ca. 240 Höhenmeter eingespart. Dafür muss bis zum Einstieg der Paisaje Lunar jedoch allein eine Strecke von ca. 4 Kilometer eingeplant werden. Die reine Wanderzeit verkürzt sich so nur unwesentlich. Es ist möglich (obwohl nicht erlaubt) mit dem Fahrzeug auch auf dem Forstweg Madre del Agua, der von der TF-21 über Vilaflor abbiegt, weiter zu fahren und in der Nähe des Einstiegs zur Paisaje Lunar zu parken. In diesem Fall beträgt die reine Wanderzeit die Hälfte, da allein der Rundweg in 2,5 Stunden zu bewältigen ist.

Hinweis:
Wichtig ist es, die Paisaje Lunar nicht an einem nebligen oder regnerischen Tag zu machen, da  ansonsten wenig von den weißen Felsen zu sehen ist.

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